Kapitel: Garten der Freiheit / Über den Garten  -  Navigation: rundes Menüsymbol


Der spirituelle Garten ist ein Ruf nach Frieden, Freiheit und neuem Leben. Der Garten der Freiheit besteht aus dem 26 m großen Friedensmal für den inneren Weg, dem am Wanderweg liegenden Grenzstein und zwei "Engelsflügeln", welche die Seiten bilden. Am Grenzstein wird vergangenes und gegenwärtiges Leid angesprochen und mit der Inschrift "Wo sich Staub zu Licht wandelt" hin zum Friedensmal gewiesen. Auf dessen Eingangsstufe ist zu lesen: "Erkennet das Heilige in eurer Mitte". Geht man um den Kreis des Friedensmals kommt man doch immer wieder an der gleichen Stelle an. Man dreht sich solange um sich selbst, bis man innehält und in die Mitte in den Baum des Lebens tritt.


Sei ein Mensch

Die Kultur der Deutschen hat viel Licht. Soviele Städte sind wunderbar. Philosophie, Dichtkunst und Wissenschaft sprechen für sich. Der Wohlstand der heutigen Generation ruht auf einem kulturellen Fundament, das die vorherigen Generationen mit viel Mühe und auch durch viel Leiden hindurch erbaut haben. Ohne eine Wertschätzung, ohne den Willen das Licht der eigenen Kultur auch durch die Veränderungen der Zeit hinweg bewahren zu wollen, verlöre unser Land zunächst seine Seele und schließlich seinen Reichtum. Das Verständnis, dass Leben immer Veränderung bedeutet und die Achtsamkeit das Licht der eigenen Kultur zu bewahren, dürfen in ein gesundes Gleichgewicht finden.

Doch jede Kultur bringt mit ihrem Licht auch einen Schatten, den es zu erkennen gilt. Der Anpassungsdruck in unserem Land ist hoch sich mit seinen Gedanken in eine Mehrheitsmeinung einzuordnen. Wer nicht mit der gerade herrschenden Ideologie im „Kollektiv der Guten“ übereinstimmt wird oft als unanständig betrachtet und ausgegrenzt. Es findet keine breite öffentliche Diskussion über abweichende Meinungen statt. Ohne Korrektiv verrennt sich die deutsche Nation immer wieder in (selbst)zerstörerische Ideen. Einstmals sollte am deutschen Wesen die Welt genesen. Heute sucht man das Heil in der Auflösung der eigenen kulturellen Identität und damit erodiert das kulturelle Fundament unserer Gesellschaft. Es gibt kein Maß und keine Mitte. Das aber kann nur passieren, weil man sich in unserem Land bereits auf individueller Ebene so sehr schämt die eigenen Schatten zu betrachten. Dabei wäre das doch einfach nur menschlich;
sei ein Mensch.


Die Rose des Friedens / Schalom
Die Rose des Schalom in der Mitte des Gartens steht als Herzsymbol für den wieder mit dem Leben verbundenen Menschen.


Staub zu Licht

Der Garten der Freiheit liegt am Europäischen Fernwanderweg E8 bei Bensheim zwischen Frankfurt und Heidelberg. Es ist ein Ort, welcher für die Schönheit des Lebens und die Würde des Menschen steht. Hier kann dem Menschen die innere Sehnsucht nach Heiligkeit wieder bewusster werden: Wie kann die Heilung der seelischen Wunden im eigenen Leben erfahren werden? Wie lässt sich diese Sehnsucht in die Gesellschaft tragen? Eine "bessere Welt", eine heilere Welt kann möglich werden, wenn Ignoranz, Selbstgerechtigkeit und Missgunst in den Beziehungen einem wahrhaftigem Umgang miteinander weichen. Die Inschrift "Wo sich Staub zu Licht wandelt" unter dem Grenzstein bezeichnet eine hoffnungsvolle Vision des Zusammenlebens und bedeutet, dass freie Menschen den Frieden, die Versöhnung und ein Verständnis von sich und anderen suchen. Der Garten der Freiheit mit dem Grenzstein am Weg und dem Friedensmal in seiner Mitte ist ein Symbol dieser Idee. Er schafft eine Verbindung zu den Herzen der Menschen, wo sich Staub zu Licht wandelt.

Mehr über den geistigen Hintergrund dieses Projektes erfahren Sie in dieser Ausarbeitung über Nelly Sachs mit einigen ihrer Gedichte und einiges an interessanter Philosophie.


Worms am Horizont - Garten der Freiheit
Blick in die Rheinebene mit Worms am Horizont. Diese Stadt war Teil des ehemaligen Jerusalem am Rhein.


Heilung einer kulturellen Wurzel

Wie ein Baum gesunde Wurzeln braucht, um sich dem Himmel entgegenzustrecken, so verhält es sich auch bei einer Kultur. Sie hat ihr Fundament, sie hat ihre Wurzeln. Gerade die deutsche Kultur braucht heute den Impuls einer Heilung der eigenen Wurzeln wie ihn dieses Projekt vermitteln will. Darin wird deutlich, dass Freiheit nur einer inneren Bewusstheit entspringen kann, die weiß, worin die eigene Kultur gegründet ist und daher dem Geist im Menschen Zuversicht und Schutz geben kann, die Himmel zu entdecken.

Es braucht also die Anerkennung der Wurzeln der eigenen Kultur, insbesondere der Wurzel Jerusalem und eine Heilung in dieser Beziehung. Damit wird das tiefste Trauma der deutschen Nation zum Thema, den Mord an den Juden und damit die Zerstörung am eigenen kulturellen und geistigen Fundament. Thema wird damit eine Heilung in der deutsch-jüdischen Beziehung, das Wahrwerden eines neuen Schalom, wo es im tiefsten Sinne notwendig ist. So würde tatsächlich aus der deutschen und jüdischen Vergangenheit gelernt: dass der Mensch mutig für die Freiheit - gerade auch die Freiheit des Anderen - eintreten will.


Mordeshai Mendelson setzt den Wendepunkt

Rabbiner Mordechai Mendelson setzt den Wendepunkt mit der Inschrift Chai (Leben) in die Rose des Schalom ein. Unter dem Wendepunkt fürs Leben befindet sich in einer Stahlkapsel der 1. Psalm in hebräisch. Alles am Ort ist von dieser Mitte aus konstruiert.



Kein Schlussstrich; ein Wendepunkt

Es gibt neben dem verkrampften Festhalten an der Vergangenheit, damit gibt es keine Lösung, dass sich Vergangenheit nicht wiederholt, und dem "Schlussstrich", der auch keine Lösung ist, sondern Selbstbetrug, die dritte Möglichkeit, die des Wendepunkts. Nelly Sachs schrieb bereits kurz nach der Shoa in einem Gedicht: "Die ihr keine Mörderhand erhobt, die ihr aber den Staub nicht von eurer Sehnsucht schütteltet, die ihr stehenbliebt, dort, wo er zu Licht verwandelt wird". Da ist der Wendepunkt fürs Leben; für Deutschland.

Dieses Projekt zeigt einen Weg, die jüngere deutsche Vergangenheit so zu integrieren, dass eine "deutsche Erbschuld" nicht immer noch weiteres Unheil verursacht. Leider zeigt die aktuelle politische Situation in Deutschland nur allzu deutlich, dass es diesen Teufelskreis tatsächlich gibt. Beim Garten der Freiheit geht es darum, den Teufelskreis zu verlassen. Es braucht dafür eine Selbsterkenntnis, die in eine echte innere Veränderung führt und es braucht vor allem die Bereitschaft des einzelnen Menschen diesen Ausgang wahrnehmen zu wollen.


Ein Regenbogen über dem (Jerusalem) Friedensmal
Nach der Segnung kam ein großer Regen und dann ein Regenbogen Richtung Jerusalem (Film)


Eine reine Mahnmalkultur ohne eine Friedenshoffnung, ohne Leben, ohne Wendepunkt ist mehr ein Ausdruck des Problems, statt einer Lösung. Statt noch mehr Druck und Fingerzeige bräuchte es ein tiefes Atemholen, ein zu sich selbst finden und der Ausstieg aus dem Anpassungsdruck, der die Menschen nicht sein lässt, sie klein macht, ihnen vorschreibt, sie müssten perfekte Wesen sein, so wie es die Gesellschaft gerade definiert hat. Es seien also Wesen ohne Schatten, die eine perfekte Nation bilden. Wie schön wäre es aber als Mensch einfach nur das Leben in all seiner Vielgestalt - wie es auch ein Regenbogen zeigt - annehmen zu lernen.


Hinwendung zum Leben

Man hat die Macht, sich selbst zu ändern und dadurch sein Schicksal. Andere Menschen oder gar ganze Nationen von außen zu ändern ist nicht möglich; das können sie nur selbst tun. Die dunklen Kapitel deutscher Vergangenheit haben Ursachen, die auch im Charakter der Deutschen liegen. Solange diese Schwächen nicht erkannt werden, kann sich Vergangenheit in ihren negativen Aspekten in einem anderen Gewand wiederholen. Es geht bei der Selbsterkenntnis darum, aus dem Gefängnis der eigenen Selbstherrlichkeit herauszutreten und sich von Täuschungen zu befreien. Das ist eine Hinwendung zum Leben. Es geht um Befreiung und nicht um die Vermittlung von Schuldgefühlen. In der Selbsterkenntnis, die im Garten der Freiheit zu finden ist, würden die Voraussetzungen geschaffen, dass Deutschland in den Herausforderungen der Zeit bestehen kann.


Die Schwelle der Demut

Erkennet das Heilige in eurer Mitte" heißt aber auch: Kommt zu euch und sucht das Heilige nicht in der äußeren Projektion, auch wenn es eine gut funktionierende Ablenkung wäre um nicht zu sich selbst zu finden. Das Bild zeigt die Schwelle der Demut, welche der Eingang zum Friedensmal ist. Man muss sie für den Gang ins eigene Innere überwinden. Es geht um die Wahrnehmung und Befreiung von Täuschung (durch Ideologien) und Leiden in uns selbst; hier beginnt der Friede und die Freiheit. Der Mensch stellt sich seinen ideologischen und emotionalen Verstrickungen, die ihn davon abhalten zu sich selbst zu kommen. Auch die Religion wird oft zur Ideologie für Menschen. Doch sie ist Weg; wenn man stehenbleibt, nutzt man ihn nicht zum vorwärts gehen.


Was Freiheit bedeutet

Das Wort Freiheit hat im Deutschen vom Wortsinn ursprünglich mit Liebe zu tun. Den Menschen, die man liebte, gab man Schutz und das Recht auf Unabhängigkeit. Gemeint war damit dann auch damals im germanischen Stamm bei "den Freien" ein Dienst aus Liebe statt auf Grund von Zwang. Interessant ist, dass es im ursprünglichen Verständnis des Wortes keinen Widerspruch zu abgegrenzten Räumen des Schutzes und der Schonung gab; vielmehr sind sie mit der Freiheit verbunden. Hier finden Sie eine kurze linguistische Abhandlung zum Wort Freiheit. Was ist also nötig, dass der Mensch frei und selbstbestimmt leben kann? Was macht unser mentales und emotionales Gefängnis aus?


Garten der Freiheit mit Friedensmal und Grenzstein

Elf große Steine im "dunklen Ring" im Friedensmal symbolisieren die Blockaden und Verstrickungen, die auf dem Lebensweg des Menschen zu sich selbst zwischen ihm und seiner Freiheit stehen. Die unfreien Menschen sind identifiziert mit ihren Verstrickungen und bewirken genau dadurch, dass die Welt so sein kann wie sie heute ist. Die Befreiung aus den Verstrickungen symbolisiert im Friedensmal als zentrales Element der Baum des Lebens. (Die Wurzeln hat der "Baum des Lebens" in der Erde und die Äste im Himmel. Er verbindet also Himmel und Erde, Geist und Materie. Das steht für den durchgeistigten Menschen in dessen Wesen eine Befreiung  zum Leben hin wirkt.) Auch die Gesellschaft ist gefangen in ihren Verstrickungen und muss sich ihnen stellen.


Ein Ort zur Ermutigung

Andere Menschen zu ändern ist nicht möglich. Jeder Mensch kann jedoch für Andere zu einer Ermutigung für die Hinwendung zum Leben werden, wenn er fähig ist durch sein Wesen ihre Herzen zu berühren. Der Garten der Freiheit liegt in der Natur am Wanderweg. Hier darf man ein Stück Frieden und Inspiration in die Alltagswelt mitnehmen. Angesichts einer leidvollen Erfahrung des Menschen in der Welt zeigt das zentrale Element der Friedensstätte den Baum des Lebens als Weg zum inneren Frieden. Hier kann der Besucher aber auch ein positives Beispiel einer vorwärts gerichteten Gedenkkultur finden. Eine Zukunft in Würde und Freiheit gibt es, wenn wir uns mutig der Vergangenheit stellen.


Ein Tanz im Friedensmal


Frieden und Freiheit beginnen still - im eigenen Inneren

Der Garten der Freiheit ist ein Ort der Einkehr. Man findet Schönheit, die im Innersten berührt. Es führt uns auf einen Weg der Heilung. Soviel an Schlechtem in der Welt wird mit soviel Aufwand bekämpft. Die Welt wäre sehr viel besser, würden einfach nur die guten Ideen und Lösungen, die es bereits gibt, auch wahrgenommen werden. Doch Gutes, das oft im Kleinen oder Stillen geschieht, wird oft übersehen, überhört oder für selbstverständlich genommen. Nicht die einfache Schönheit, sondern Grandiosität ist gefragt. Der große Lärm unserer Zeit macht uns auch taub für die leise Stimme unseres Herzens, die uns erzählen will, worauf es wirklich im Leben ankommt. Ein Garten der Freiheit trägt tatsächlich einen großen Namen. Um welche Art von Größe aber geht es dabei? Die Formensprache ist schlicht; das Besondere liegt in den Details. Man muss hinschauen, um zu erkennen. Schaut und hört man hin und kehrt Stille ein, dann kann man zu einem neuen Verständnis von Freiheit kommen - das ist eine große Hoffnung für unsere Zeit.


Verabschiedung am Jerusalem Grenzstein zur Erinnerung

Wir bedanken uns beieinander (Pastor Mohr und ich). Darin ist zu sehen, was Yerushalayim bedeuten kann. Wenn sich eine Person nur bei der anderen bedankte, so würde die eine Person größer und die andere kleiner erscheinen - aber nur zusammen ist da auch "Jerusalem" zu spüren. Wir sind die dezent gekleideten kleinen Figuren rechts im Bild, aber die großen Figuren hinter uns halten ganz still und wirken in der Szene gar nicht mehr größer, leuchtender und wichtiger. Sie geben jedoch dem Raum eine Grenze und schützen das Geschehen mit ihrer Schönheit. So ergibt sich ein geschützter Raum, in dem Yerushalayim, die Vision des Friedens, sein darf.


Gesunde Grenzen

"Yerushalayim - ein Ruf voller Liebe nach Freiheit für den Menschen. Dass wir die Zäune im Miteinander überwinden und unseren Halt nicht hinter Zäunen der Ideologie suchen” - lautet die ganze Inschrift auf dem Grenzstein. Es ist ein Ruf der Sehnsucht nach Freiheit und Frieden und nach einem von Respekt geprägten Umgang der Menschen miteinander. Es bedeutet gerade nicht in einer Ideologie der Grenzenlosigkeit verhaftet zu sein, in der sich die geschützten Räume, die Freiheit geben, auflösen. Grenzen werden wahrgenommen und geachtet. So können wir uns in einem Gefühl der Sicherheit und des guten Umgangs miteinander näher kommen. Wir überwinden also Zäune, ohne sie einzureißen.


Zaun am Jerusalem Grenzstein


Verantwortung zur Freiheit

Faschismus und Krieg, die viele Millionen an Toten brachten, gehören zur deutschen Geschichte. Diese Erfahrung ist zu einem Teil der kollektiven Identität der Deutschen geworden. Statt wegzuschauen geht es vielmehr darum, in einer Liebe hinzuschauen, welche die tiefen Wunden in den Beziehungen, aber auch im eigenen Selbstwertgefühl heilen kann. Erst dann wird sich diese Vergangenheit auch in anderem Gewand nicht wiederholen. Selbsthass - auch das ist Hass - ist keine Antwort auf diese dunkle Vergangenheit. Ein kollektives Schuldgefühl ist es auch nicht. Verantwortung zur Freiheit kann aber eine tragfähige Antwort für die deutsche Gesellschaft  heute sein. Auf dem Grenzstein am Eingang der Friedensstätte ist zu lesen „…dass wir unseren Halt nicht hinter Zäunen der Ideologie suchen“. In Deutschland wurden in der jüngeren Geschichte schlimme Erfahrungen mit der Gefangenschaft in Ideologien gemacht. Freiheit bedeutet aber zu allererst in der Lage zu sein, frei denken zu können; es sich zu wagen jegliche Ideologie zu hinterfragen. Dafür braucht es den Mut in anderen Bahnen zu denken, Mut zum Ausdruck und den freien Austausch von Meinungen.


Die Tänzerin Natalia Pienkina zu Besuch


Die Ursachen für die dunkle Vergangenheit im Dritten Reich lassen sich nicht alleine im Bösen finden. Der durch Deutschland reisende Gast wird so viele freundliche, hilfsbereite und herzensgute Menschen erleben, dass diese Vergangenheit schwer vorstellbar wird. Man muss bei der Ursachensuche tiefer schauen: Warum ließen sich in unserem Land so viele der Anständigen so leicht belügen und verführen oder blieben stumm, als sie Unrecht bemerken und es noch möglich war, seine Stimme zu erheben? Es darf deshalb in der Erinnerungskultur heute über das Gedenken hinaus nicht um die Vermittlung von Scham- und Schuldgefühlen gehen, sondern vorrangig um die Beantwortung dieser Frage. Im Namen Garten der Freiheit liegt eine Aufgabe. Was es in Deutschland braucht ist eine Kultur der Freiheit und eine Erziehung zur Freiheit. Das fängt beim einzelnen sich selbst verantwortlichen und mündigen Menschen an. Weil es an dieser Kultur so sehr mangelt - die Deutschen sprechen auch heute noch vom "Vater Staat" - hatte der Faschismus leichtes Spiel. Auch heute hätte er noch ein leichtes Spiel. Warum aber wurde dieser Zusammenhang bei der Vergangenheitsbewältigung anscheinend vergessen?

Die innere Entwicklung der Menschen wirkt in die äußeren gesellschaftlichen Prozesse. So steht der Garten der Freiheit für eine verantwortliche und friedvolle Art mit der belasteten deutschen Vergangenheit umzugehen; sie zu wandeln: Eine mündige und freie Bürgergesellschaft bedeutete, dass Deutschland politisch seine Lektion aus der Vergangenheit lernte. Die Erziehung zur Freiheit gibt uns das Rüstzeug zur Befreiung aus der Erziehung (kokhavim).


Besuch jüdische Gemeinde - Garten der Freiheit
Das Jüdische Fest Lag baOmer im Garten der Freiheit


Eine Vision von Frieden und Freiheit für Europa

Die Freiheits- und Friedensstätte liegt am Europäischen Fernwanderweg E8. Durch diese Lage soll die Verbundenheit der europäischen Völker deutlich werden und dass man sich für Frieden und Freiheit auf den Weg machen muss. Das Friedensprojekt Europa entstand als eine Lehre aus der Vergangenheit. Es waren die Erfahrungen von Krieg, Völkermord und der Gefangenschaft der deutschen Nation in der Ideologie des Faschismus, welche die europäischen Völker darin einte, nach einer Vision von Frieden und Freiheit in Europa zu streben. Welchen Einfluss hat also gerade die deutsche Politik, ihrer Verantwortung für Frieden und Freiheit in Europa gerecht zu werden? Wird die Gefahr einer von oben verordneten Ideologie der grenzenlosen Einheit erkannt, welche die Nationen und Völker als Reaktion darauf wieder spalten würde? Und als Vorschlag eines gesunden Weges: Welches Fundament an Werten ist den christlichen europäischen Nationen gemeinsam, auf das sich bauen ließe, so dass ein Friedensprojekt der europäischen Völker langfristig gelingen kann? Im christlichen Europa sind Ideen von Jerusalem durch die Lehren des Juden Jesus zum kulturellen Fundament geworden. Jesus hatte die Tora der Juden nicht aufgelöst, sondern bestätigt und erklärt (Matthäus 5,17).


Eine "Weiße Rose"

Der Hang zum Kollektivismus, Neid und Untertanengeist bildete den Nährboden für den Antisemitismus in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (siehe Rezensionen). Es gilt wachsam gegenüber jedem kollektiven Wahn und gegenüber allen totalitären Entwicklungen zu sein. Es macht die Würde des Menschen aus in Freiheit zu leben und aufrecht und selbstverantwortlich durchs Leben zu gehen. Wenn sich niemand für diese Werte der Freiheit einsetzt, dann vergeht sie.

Eine weiße Rose des Schalom und Friedens


Der in privater Initiative entstandene Garten der Freiheit kann eine Ermutigung für Menschen sein, sich mit eigenem Engagement für Frieden und Freiheit einzusetzen. Es braucht die Ermutigung, denn der eigene Weg zur Reife und Verantwortungsfähigkeit ist kein einfacher. In der Mitte des Friedensmals findet sich eine „Weiße Rose“. Die Geschwister Scholl machten uns mit ihrem aus tiefem Glauben gezeugten Mut deutlich, was es heißt Verantwortung zu übernehmen. Das gilt eben und gerade auch heute. Dann ist Frieden, dann ist Schalom möglich.



Auf dem Weg in die Freiheit

Es gibt viele Mahnmale, diese Friedens- und Freiheitsstätte im Geopark Bergstraße-Odenwald sei ein nächster Schritt im Frieden, hin zu einer Heilung. Der Garten der Freiheit ist am Wanderweg in der Natur gebaut, denn auch das Leben lässt sich als eine Wanderung betrachten und für den Frieden und die Freiheit muss man sich auf den inneren Weg machen. Man findet sie nicht im Lärm und der Wichtigkeit der Welt, sondern im inneren Frieden und in der eigenen geistigen Klarheit. Das aber wirkt in die Welt. Gesellschaften wie einzelne Menschen sind immer in einer Veränderung. Der Garten der Freiheit sei Erinnerung, aber auch Ermutigung und Zeichen  für die positive Veränderung hin zur Freiheit und zum Licht;  hin zum Leben.


Morgenlicht - Garten der Freiheit



UNESCO Geopark Bergstraße-Odenwald
„Er erschien dem Moses nicht am Palast des Pharao, sondern auf dem Land am Rande des Wegs.

Wichtige Schritte im Verständnis verwirklichen sich oft in der Stille. Auch für ein Denkmal mit einigen Anspruch muss es nicht immer die politische Hauptstadt Berlin sein. Hier am Europäischen Fernwanderweg E8, wird man die Ruhe finden - jenseits des Konsumterrors und jenseits des Hauptstadtlärms - in den Frieden mit sich zu kommen.

Der Garten der Freiheit befindet sich im Geopark Bergstraße-Odenwald am Rande des Wegs. Ein für die Gegend charakteristischer und besonderer Naturstein ist der Odenwald-Quarz. Die Gedenksteine und Natursteinplatten im Garten der Freiheit sind aus diesem Material gefertigt. Es stammt vom nur 2,4 km entfernten Bergwerk Borstein in Reichenbach.

Landschaftsbilder - Wanderung zum Garten der Freiheit





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  © Text und Bild, Friedensmal Wendepunkt e. V., 2018