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Anmerkung: Das im Artikel benannte Friedensmal ist das zentrale Element im Garten der Freiheit.


FRIEDENSMAL: Gewerkschafter unterstützen Initiator Zieringer

DGB spricht sich gegen Abriss des Gedenksteins aus

Bensheim.  Der Ortsverein Bensheim des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) spricht sich in einer Pressemitteilung für den Erhalt des Friedensmals in Hochstädten "in seiner jetzigen Form" aus. Die Gewerkschafter haben den „Stein des Anstoßes” (wir haben berichtet) in Augenschein genommen und formulieren in ihrer Verlautbarung:

    „Das Friedensmal auf einem von Initiator Thomas Zieringer erworbenen Grundstück soll unterstreichen, wie Menschen in all ihrer Verschiedenheit trotzdem friedlich miteinander umgehen können.” Der Umgang mit dem Projekt durch die Behörden sei jedoch „in gewohnt bürokratischer Manier” erfolgt. Anstatt ihn zu unterstützen, habe Zieringer viel Widerstand erfahren. Zieringer hat nach Auffassung des DGB Bensheim am Europäischen Fernwanderweg oberhalb von Hochstädten nicht nur einen Platz zum Innehalten und Meditieren geschaffen, sondern - „längst überfällig” - mit einem Gedenkstein an die ehemaligen Zwangsarbeiter und Häftlinge aus Konzentrationslagern erinnert, „die im Tal unterhalb von Hochstädten schuften mussten”. Die Gewerkschafter kritisieren, dass dieses Zeichen des Gedenkens nun wieder weichen solle, weil es dafür keine Genehmigung gebe. Zieringer argumentiert, dass er im Bereich des eigentlichen Friedensmals schließlich 21 Gedenksteine weniger gebaut habe, als ihm genehmigt worden seien. Dass jetzt ein Gedenkstein außerhalb des Friedensmalkreises steht, das hält auch der DGB für vernachlässigbar. Weder das Allgemeinwohl noch der Landschaftsschutz würden tangiert.

    Kein Politiker im Kreis könne die in Diskussion befindlichen Abrisspläne wirklich wollen, so die DGB-Vorsitzende Jutta Mussong-Löffler. Ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus an diesem Ort sei längst überfällig gewesen. Das ehemalige Außenlager in Hochstädten sei dem KZ Natzweiler-Struthof zugeordnet gewesen. Außerdem spiele die Kreisbaubehörde mit ihrer Forderung nach einem Abriss „revanchistischen, antisemitischen und nationalistischen Kräften zu”.

    Der DGB ist sicher, dass es einen Ermessensspielraum für die Verwaltung gibt. Es müsse im Interesse der Kreispolitik sein, „fortschrittliche, dem Frieden verpflichtende Kunstwerke zu unterstützen”.

Artikel erschien im Bergsträßer Anzeiger (27. 3. 2014)


Der Abrissbescheid wurde im Herbst des Jahres 2014 außer Kraft gesetzt.





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