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Kommentar einer Besucherin

Es ist ein Platz der Stille, der Besinnung, der inneren Einkehr... - es ist ein Kraftplatz, es ist ein ganz besonderer Platz. Das kann man allerdings nicht mit dem Kopf erspüren und erkennen, nein, das geht nur mit dem Herzen. Wir Menschen sind dazu aufgerufen uns langsam mal auf diesen Weg zu begeben. Ein chinesisches Sprichwort sagt „Kein Weg ist länger, als der Weg vom Kopf zum Herzen“ Aber letztlich wird jeder dort ankommen, es ist nur eine Frage der Zeit.

Ich bin sehr gerne hier und ich beobachte sehr oft, dass die Menschen innehalten. Fußgänger bleiben stehen, Fahrradfahrer steigen ab, sie verweilen einige Minuten und schauen auf das Mal, viele setzen sich auch auf die Bänke. Es wird ganz offensichtlich angenommen. Ich bin dem Initiator und allen anderen, die an der Entstehung dieses Platzes mitgewirkt haben, sehr dankbar. Machen Sie bitte einfach weiter so, denn es gibt sehr viel mehr Menschen, denen dieser Platz gefällt und gut tut, als sie glauben. (Sigrid)




Thomas Zieringer beim Dalai Lama wegen Friedensmal





„Das Friedensmal nach 50 Jahren der Beziehungen zwischen Deutschland und Israel ist die überzeugend gelungene Darstellung einer Idee. Bundeskanzler Willy Brandt hat sie in die Worte gefasst: „Frieden ist nicht Alles, aber ohne Frieden ist alles Nichts“. Wer das Denkmal in dieser Landschaft umrundet und der Aufforderung: „denk mal!“ folgt, wird manche Bereicherung und Perspektive für das eigene Leben entdecken. Das ist jedem Besucher zu wünschen.”

Mit freundlichen Grüßen, Egon Bahr, Berlin den 15. Juli 2015





Vorgelesen als Grußwort am Friedensmal im Garten der Freiheit am 27. September 2015

Zentralrat der Juden in Deutschland
Der Präsident

Sehr geehrter Herr Zieringer, für die freundliche Einladung zur Begegnung im Rahmen von „50 Jahre Beziehungen zwischen Deutschland und Israel” am Friedensmal in Bensheim, am 27. September 2015, danke ich Ihnen sehr.

Dass Sie es sich zur Aufgabe gemacht haben, ein Friedensmal zu den deutsch-jüdischen Beziehungen in Privatinitiative zu bauen, betrachte ich als ein sehr bedeutsames Engagement. Ein besonderes Zeichen für die Begegnung am 27. September setzt die Teilnahme von Frau Dagan, die als Shoa-Überlebende und „Lebensbotschafterin“ von ihrer Geschichte berichten kann - einer Geschichte von Flucht, Vertreibung, Leid und Tod. Es ist aber auch eine Geschichte von Hoffnung, Kraft und der Bemühung, Hass zu überwinden und einen Neuanfang zu wagen. Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz bei der Errichtung des Friedensmals und der Organisation der Begegnungsveranstaltung.

Bedauerlicherweise wird es mir nicht möglich sein, Ihrer Einladung zu folgen, da am Abend des 27. Septembers das jüdische Laubhüttenfest Sukkot beginnt. Dass ich aus diesem Grund nicht teilnehmen kann, bitte ich um Ihr Verständnis.

Ich wünsche Ihnen eine interessante und gelungene Veranstaltung, die den positiven Gedanken des Friedensmals in die Welt hinaustragen und das deutsch-jüdische Verhältnis weiter festigen möge.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Dr. Josef Schuster, Würzburg 14. Juli 2015





Schreiben von Otto von Habsburg

"Ohne den Beitrag der Juden hätten weder unsere mitteleuropäische Kultur noch das christliche Abendland insgesamt entstehen können. Gerade wir Christen verdanken den Juden sehr viel. Das Alte Testament, also ein wesentlicher Teil unserer Heiligen Schrift, ist das Fundament, auf dem wir stehen. Der christliche Glaube wurzelt in der Geschichte des Volkes Israel …" (Otto von Habsburg im Organ der deutschen Sektion der Paneuropa-Union 1991, Artikel: „Fundamentalistisch oder gläubig?”)





Ephraim Kishon

Unterstützer Ephraim Kishon

Brief von Ephraim Kishon






Ludwig-Maximilians-Universität München
Geschwister-Scholl-Institut

Pof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a. D.
Lehrstuhl für politische Theorie und Philosophie


Sehr geehrter Herr Zieringer,

unterdessen habe ich Zeit gefunden das interessante Projekt, das Sie entwickelt haben, anzusehen.

Es ist ein sensibles Projekt und es regt zum Nachdenken an. Ich wünsche Ihnen bei seiner weiteren Verfolgung viel Erfolg, füge aber hinzu, dass ich zu diesem Erfolg nicht beitragen kann, da ich kulturpolitisch keine Verantwortung mehr trage.

Mit herzlichen Grüßen
Julian Nida Rümelin, 13. 1. 2005





Diese Referenzen und Kommentare zeigen den Weg einer Idee für die Berliner Mahnmal-Debatte (das betrifft die folgenden Kommentare aus den Jahren 1998 - 1999) zur Verwirklichung als Friedensmal im Garten der Freiheit in Bensheim in den Jahren 2010 - 2015 (Kommentare am Anfang der Seite). Der Garten der Freiheit ruft zur Verantwortung auf. Dass wir uns im Zusammenleben nie nachlassend und mutig um Frieden und Freiheit mühen, die auf Gerechtigkeit beruhen, sei aus einer dunklen Vergangenheit zu lernen.





Erste Kommentare

Im Jahr 1998 hatte ich ein Buch über eine neue "Perspektive fürs Leben" in der deutschen Erinnerungskultur geschrieben. Der Titel: "Wendepunkt - die Vision einer neuen Menschlichkeit". Es wurde im Jahr 1999 als ein Beitrag zur Berliner Mahnmal-Debatte veröffentlicht. Obgleich ich in einem freien Land lebe, gab es eine große Übereinstimmung in allen relevanten Medien, keine neue Perspektive bei dem Thema überhaupt bekannt zu machen. Ich hatte eine PR-Agentur engagiert, die in Berlin gut etabliert war. Dort gab man mit der Begründung auf: "Wir haben noch nie vorher eine solche Blockade erlebt".


Drei kurze Kommentare von Presseleuten möchte ich Ihnen vorstellen:

"Sie werden keinen Erfolg haben. Ihr neuer Ansatz ist zu anspruchsvoll für die heutige deutsche Medienwelt".  
Chefredakteur einer Lokalzeitung,1998

„Sie haben eine völlig neue Perspektive bei dem Thema. Wir können nicht darüber berichten, denn sonst kann die Debatte nicht beendet werden."  Chefredakteur eines wichtigen deutschen Nachrichtenmagazins, 1999

Wir hatten ein Treffen des Vorstands und haben beschlossen, generell zu dem Thema nichts zu veröffentlichen.  Redakteur eines der größten deutschen Verlage, 1998





Was die Mainstreammedien und die Politik damals in der Holocaust-Mahnmal-Debatte ignorieren wollten, war aber von respektablen Persönlichkeiten ernst genommen worden.


Präsident des internationalen Auschwitz Komitees
"Ihr Entwurf eines Mahnmals für die Opfer des N.S. Massenmordes hat mir außerordentlich gefallen. Es stellt tatsächlich einen psychologisch / philosophischen Ansatz dar, der tief berührt. Als Einzelperson, die ohne Zustimmung des Präsidiums des Internationalen Auschwitz-Komitees keine Vereinsmeinung abgeben kann, halte ich die von Ihnen vorgeschlagene Lösung für besonders würdig. Vergleiche zu anderen Lösungen kann ich nicht anstellen, da ich die Diskussion in Deutschland nicht bzw. zu wenig kenne. Ich meine aber, daß die Auswahlkommision gut beraten wäre, sich mit Ihrem Konzept besonders nachdrücklich zu befassen."

Hofrat Mag. Kurt Hacker, Wien, 1998


Früherer Generalsekretär der SPD und Bundesmininster a. D.
„...Ich verstehe Ihre Sorge, daß man sich einarbeiten und mitdenken muß, um Ihren Vorschlag zu verstehen; auch das Argument, daß dies Zeit braucht.

Sie sollten nicht vergessen, daß in der politischen Wirklichkeit die Dinge zur Entscheidung drängen, daß der Bundeskanzler heute eine Entscheidung dem Bundestag übertragen hat; daß mit anderen Worten die Zeit effektiv nicht zur Verfügung stehen wird, die Sie wünschen und glauben zu benötigen.

Es wäre schade, wenn ein interessanter und berechtigter Anstoß zum Nachdenken nicht berücksichtigt wird, nur weil der Initiator sich dafür mehr Zeit lassen will, als objektiv vorhanden ist. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, hat Gorbatschow einmal gesagt.”

Egon Bahr, SPD, 1999


Nachrichtenmagazin Stern: Eisenman entwirft, Spielberg liefert zu - mutet es nicht seltsam an, wenn Juden das Gedenken der Deutschen an ihre jüdischen Opfer organisieren?

Friedman: Anscheinend können es die Deutschen alleine (immer) noch nicht. Schade.
[Aus einem Interview mit Michel Friedman, Mitglied des Zentralrats der Juden in
Deutschland, Stern 4/1999, Seite 121]

Friedman lag und liegt übrigens bei seiner Einschätzung falsch. Nicht "die Deutschen" können es nicht, die deutsche Politik und die deutschen Medien heute erlaubten es nicht.


Kommentar der Autorin Urusla Roeder-Wolf

Viel wurde inzwischen über die Erstellung eines nationalen Holocaust-Mahnmals im Herzen Berlins diskutiert. Die Wunden, die auch dem Tätervolk geschlagen und eingebrannt wurden, ließen offenbar keine für alle Sensibilitäten gerechtwerdende Lösung zu. Sicherlich hat das etwas mit einer noch zu großen Nähe der älteren Menschen zu tun. Und nun wird wie aus 'heiterem Himmel' eine sehr denkwürdige, interessante Gestaltungsidee von einem Vertreter der Enkelgeneration gebracht, und damit sollte man sich allen Ernstes beschäftigen, denn es leuchtet ein, daß diese Nachfolgegeneration unbehafteter reagieren kann.

Der Vorschlag von Thomas Zieringer bietet eine unwahrscheinlich schlüssige Denkmalgestaltung an, die entgegen moderner Zeit-Monumente eine Mahnmalstätte entwickelt, die ineinandergreifende Vorgänge in den verschiedenen Ringen deutlich macht und sie in Bezug zu einer fließenden Bewegung setzt, in der nicht nur der Tod und das Grauen bzw. die Erstarrung zum Ausdruck kommen, sondern auch die andere lichte Polarität, in die der Mensch bei seiner Geburt gestellt wird, und aus der heraus er Auswege, Sühne in Demut und Hoffnung finden kann.

Wir müssen diese Sicht der jungen Menschen sehr begrüßen und bedenken, daß das, was wir heute bauen, vor allem zum Wohle unserer Kinder gebaut werden sollte. Wenn wir Mahndenkmäler setzen wollen, dann sollte diese Enkelgeneration einen verständlichen Zugang zu dem Denkmalinhalt finden können und eine Hilfe bekommen für ihre eigene Lebensbewältigung. Wir müssen ihr Mut machen, Mut für eine gute und tröstliche Zukunft, und wir müssen ihr das Vertrauen vermitteln, daß sie mündige Lebensträger für eine gerechte und gute Welt sind.

Durch die von Thomas Zieringer in Unruhe und Aufregung durchgearbeitete Vision seines Friedensmals erfahren wir die gute und richtige Wegweisung zur Lösung innerer Probleme, Verklemmungen und Schwierigkeiten und gerade, weil er das Friedensmal direkt und unmittelbar vom allumfassenden Individuum Mensch her aufrollt und die Volksverirrungen mit den in jedem Menschen angelegten polaren Naturen erklärt, die einen Menschen einmal durch unverarbeitete Verletzungen, Kränkungen, Minderwertigkeitsgefühle etc. zum kranken Wesen oder mit der Kraft der Liebe zu einem gesunden, heilen Wesen machen, kann man bei seinem Friedensmal von einer gelungenen Symbiose sprechen: es ist eine würdige Erinnerungsstätte des vergangenen Holocausts und ein stiller Meditationsplatz für Menschen jeden Alters, die Antworten suchen bei ihrer eigenen Lebensherausforderung.


Es war trotz großen Einsatzes nicht möglich die Blockade zu durchbrechen. In der Folge löste sich das Projekt vom Thema der Berliner Holcaust-Mahnmal-Debatte und ich versuchte mit der Sprache der Kunst diese Blockade zu adressieren. So entstanden schließlich das Friedensmal und der Garten der Freiheit.




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  © Text und Bild, Friedensmal Wendepunkt e. V., 2018