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Bergsträßer Anzeiger, 4. Januar 2010

"Friedensmal Wendepunkt": Verein liegt Genehmigung für Projekt bei Hochstädten vor / Baubeginn im Frühjahr 2010


"Baum des Lebens" in einem Steinkreis


Genehmigte erste Version des Friedensmals

Bensheim. Am Ende einer gut elfjährigen Entwicklungs- und Überzeugungsarbeit steht das Projekt "Friedensmal Wendepunkt" jetzt vor seiner unmittelbaren Verwirklichung. Nach dem Kauf des Grundstücks im Jahre 2006 hat der Verein vor wenigen Tagen die Baugenehmigung des Kreises Bergstraße erhalten. Damit steht einer Realisierung nichts mehr im Wege, wie Initiator und Vorsitzender Thomas Zieringer mitteilt. Bei dem Projekt handelt es sich um ein Mahnmal auf Hochstädter Gemarkung, das von Zieringer - Autor und Künstler - als nationale Gedenkstätte gedacht und entworfen wurde.


Am europäischen Wanderweg

Das Grundstück liegt auf einem Hügel am europäischen Wanderweg E 8 in der Nähe eines alten Stollens des ehemaligen Marmoritwerks. Da sich das Areal in einem Landschaftsschutzgebiet befindet, muss sich der Verein im Zuge der weiteren Planung mit der Naturschutzbehörde abstimmen. Behördliche Stolpersteine befürchtet Zieringer diesbezüglich aber nicht: Durch das Friedensmal werde ein Stück der charakteristischen Kulturlandschaft bewahrt, die Form und Gestaltung füge sich harmonisch in die lokalen Gegebenheiten ein, so der Vorsitzende, der in diesem Zusammenhang von einem sanften Tourismus spricht. Statt eines Eingriffs in die Natur finde vielmehr eine ästhetische Umgestaltung innerhalb der vorhandenen Landschaft statt.

Knapp drei Jahre soll die Bauzeit dauern. Mit einer Fertigstellung ist frühestens Ende 2012 zu rechnen. "Wir brauchen so lange, um genügend der seltenen Steine zusammenzubekommen", erklärt der Vorsitzende. Für das kreisrunde Denkmal mit einem Durchmesser von 26 Metern ist sogenannter Odenwälder Quarzit vorgesehen, der von einem Steinbruch am Borstein (Lautertal) auf das Areal transportiert werden muss. Jedes Jahr sollen elf, insgesamt 33 Natursteine gesetzt werden.

Thomas Zieringer betont, dass der Kreis des "Wendepunkts" und der Stern im Zentrum schnell gestaltet sind. Die Anlage an sich sei recht früh fertig, mit der schrittweisen Ergänzung des äußeren Rands durch die Steine will der Initiator eine sanfte Vollendung des Mahnmals erreichen. Eine langfristige "Baustelle" sei nicht zu erwarten. "Friedensmal Wendepunkt" zeigt den "Baum des Lebens", ein jüdisch- christliches Symbol, das den Weg zur Versöhnung und zum Frieden darstellt. Für den Verein ist das Projekt ein Zeichen zur Versöhnung zwischen den Menschen, es steht für eine Kultur der Freiheit und einen anderen Umgang mit der Vergangenheit.


"Symbol für unser Land"

Die Anlage spiegelt die spirituelle Auseinandersetzung mit der Geschichte als integratives Konzept mit dem Frieden als Kernbotschaft. "Damit wird es zu einem positiven und Identität stiftenden Symbol für unser Land", so Zieringer, der das Projekt als "Friedensmal für Deutschland" definiert.

Darüber hinaus verweise das Denkmal auch auf die lokale Historie, ohne diese konkret anzusprechen: Unter dem Areal befand sich früher ein Außenlager des KZ Natzweiler- Struthof (Elsass). In den unterirdischen Höhlen des ehemaligen Hochstädter Marmorbergwerks mussten Gefangene der Nazis Zwangsarbeit verrichten.

Für Zieringer eine bedeutende Facette des Mals, das sich aber nicht zwangsläufig auf die Vergangenheit beziehe, sondern als symbolische Einheit auch Gegenwart und Zukunft einbeziehe. "Frieden ist stets eine innere Haltung", die Anlage somit die visuelle Vermittlung einer übergeordneten Wahrheit.

Die knapp elfjährige Entwicklungsphase - 2001 wurde der Verein gegründet - ist für Thomas Zieringer rückblickend eine sehr gehaltvolle Dekade, die für die Vermittlung des ideellen Überbaus in der Öffentlichkeit durchaus notwendig gewesen sei. "Solche Dinge brauchen einfach Zeit." Mit der Fertigstellung der Anlage soll die geistige Auseinandersetzung ihren Anfang nehmen. "Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt." tr

Anmerkung: Dies ist für die bessere Lesbarkeit eine Abschrift des Artikel, der am 4. 1. 2010 im Bergsträßer Anzeiger erschienen war. Hier finden Sie ein PDF mit dem ursprünglichen Artikel.



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