Das Bild zeigt das österreichische Hospiz in der Jerusalemer Altstadt. Jerusalem ist der bedeutendste Ort sowohl für das Judentum als auch für das Christentum.

In meinen Texten steht "Jerusalem" als Metapher für das gemeinsame Fundament von Judentum und Christentum. Die Wurzel "Jerusalem" wurde durch Diskriminierung, Verfolgung und den Mord an den Juden in Europa tief verletzt. Die Verletzungen an dieser Wurzel haben eine lange und paradoxe Geschichte: In Zusammenhang mit den Kreuzzügen, um Jerusalem vom Islam zu befreien, zerstörten die christlichen Kreuzritter zu Hause das jüdische "Jerusalem am Rhein". Dieses Ereignis kann als erster Vorläufer der Shoa betrachtet werden. Eine Aufarbeitung fand nie statt.

Mit der Erosion des christlichen Glaubens lösten sich die westeuropäischen Gesellschaften von der
Wurzel "Jerusalem". Das folgende Zitat aus dem Jahr 1908 klingt noch immer wie die realistische Beschreibung unserer aktuellen Situation in Europa: "Wenn ein religiöses System zerstört wird (…), werden nicht nur die Laster losgelassen. Die Laster werden tatsächlich losgelassen, sie wandern und richten Schaden an. Aber auch die Tugenden werden entfesselt, und sie streifen noch haltloser umher und richten noch schrecklicheren Schaden an. Die heutige Welt steckt voll von alten christlichen Tugenden, die durchgedreht sind. Sie sind durchgedreht, weil sie auseinander gerissen wurden und allein umherstreifen" (Gilbert Keith Chesteron: »Orthodoxie«, 1908). - Was könnte noch deutlicher machen, dass es einer Heilung an der Wurzel bedarf, wie es dieses Projekt vorschlägt?

Eine Kultur der Entwurzelten ist nicht überlebensfähig. Es ist wie bei einem Baum: nur ein Baum der Wurzeln hat kann sich in den Himmel strecken.





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